Ziel der Weiterbildung ist die Vermittlung psychologischer Grundlagen für die nutzerzentrierte Produktentwicklung.
Teilnehmende beschäftigen sich mit zentralen psychologischen Konzepten wie Entscheidungsarchitekturen, kognitiven Verzerrungen und Verhaltensmustern. Es wird aufgezeigt, wie menschliches Denken, Fühlen und Entscheiden in die Gestaltung von Produkten einfließt und welche Rolle psychologische Faktoren bei der Entwicklung nutzerorientierter Lösungen spielen.
Im Rahmen praxisnaher Übungen, Simulationen und Projektarbeiten werden psychologische Konzepte auf konkrete Anwendungsfälle übertragen. Ziel ist es, die Fähigkeit zu fördern, Nutzerbedürfnisse - auch unausgesprochene - zu erkennen und bei der Produktgestaltung zu berücksichtigen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie psychologische Wirkmechanismen in der Produktstrategie anwenden, Hypothesen zum Nutzerverhalten formulieren und überprüfen sowie geeignete Methoden zur Gestaltung nutzerzentrierter Produkte einsetzen.
Die Weiterbildung bereitet auf Tätigkeiten im Bereich Produktentwicklung vor, insbesondere an Schnittstellen zwischen Nutzererwartungen, wirtschaftlichen Anforderungen und technischen Umsetzungen - zum Beispiel in agilen Teams, Start-ups oder produktorientierten Fachabteilungen.
Psychologische Grundlagen agiler Produktentwicklung (ca. 2 Tage)
- Einführung in psychologische Prinzipien in der Produktentwicklung
- Menschliches Verhalten in Veränderungsprozessen
- Kognitive Verzerrungen bei Entscheidungen
- Grundlagen der Verhaltensökonomie (z. B. Verlustaversion, Anchoring, Framing)
- Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams
- Rolle der psychologischen Sicherheit in agilen Teams
Nutzerverhalten, Produktstrategie und Entscheidungsprozesse (ca. 3 Tage)
- Nutzerforschung: qualitative und quantitative Methoden
- Psychologische Aspekte von Bedürfnissen, Motivation und Erwartungshaltung
- Hypothesenbildung, Validierung und Experimente
- Value Proposition Design mit psychologischer Tiefe
- Entscheidungsarchitekturen in digitalen Produkten (Nudging, Choice Architecture)
- Der Einfluss von Emotionen auf Produktnutzung
Psychologische Wirkung von Produktgestaltung (ca. 5 Tage)
- UX-Psychologie: Gestaltung, die Verhalten lenkt
- Einfluss von Farben, Sprache und Struktur auf Entscheidungen
- Design for Behavior Change (Modelle und Frameworks)
- Psychologie in MVPs und Prototypen
- Ethische Aspekte in der Nutzung psychologischer Prinzipien
- Stakeholder-Psychologie und Erwartungsmanagement
Verhaltenspsychologie in der agilen Produktentwicklung (ca. 5 Tage)
- Warum Nutzer nicht immer rational handeln: Heuristiken, Biases & mentale Modelle
- Entscheidungsmüdigkeit, Paradoxon der Wahl und ihre Auswirkungen auf Produktdesign
- Verhaltensbarrieren erkennen: Was hindert Nutzer daran, zu handeln?
- Einführung in Verhaltensökonomie (Kahneman, Thaler, Ariely)
- "Nudging": Sanfte Lenkung von Entscheidungen durch gezielte Gestaltung
- Wie Emotionen Entscheidungen beeinflussen (z. B. Framing, Priming, Loss Aversion)
- Psychologische Bedürfnisse (z. B. Autonomie, Kompetenz, Zugehörigkeit)
- Designprinzipien für Freude, Vertrauen und Flow im Produkt
- Wie man psychologische Hypothesen zu Nutzerverhalten formuliert
- Aufbau und Durchführung von behavior-orientierten Experimenten
- Messen von psychologischen Effekten: qualitative und quantitative Methoden (z. B. A/B-Tests mit psychologischer Fragestellung)
Projektarbeit und Prüfung (ca. 5 Tage)
- Zeit für die Prüfungsvorbereitung
- Zeit für die Projektarbeit. Realer und komplexer Anwendungsfall aus der Praxis.
- Prüfungsvorbereitung auf die erste Prüfung
- 1. Prüfung: Multiple Choice (Deutsch)
- Prüfungsvorbereitung auf die zweite Prüfung
- 2. Prüfung: Projektarbeit / Anwendungsfall (Deutsch)