Der Kurs "Kaufmännische Grundlagen DATEV Rechnungswesen mit Schwerpunkt Wirtschaftsstrafrecht für Mitarbeiter im Bereich Recht" vermittelt grundlegende Kenntnisse des betrieblichen Rechnungswesens und verknüpft diese mit zentralen Fragestellungen des Wirtschaftsstrafrechts. Ziel ist es, Mitarbeitenden im juristischen Umfeld ein fundiertes Verständnis für finanzielle Abläufe zu vermitteln und die strafrechtliche Relevanz buchhalterischer Sachverhalte nachvollziehbar darzustellen.
Im ersten Teil werden die Grundlagen der Finanzbuchhaltung behandelt. Die Teilnehmenden setzen sich mit Aufgaben und Funktionen des Rechnungswesens auseinander und lernen zentrale Begriffe wie Vermögen, Schulden, Aufwand, Ertrag, Kosten und Leistungen kennen. Die Systematik der doppelten Buchführung, der Aufbau von Kontenrahmen und Kontenplänen sowie die Bedeutung ordnungsgemäßer Belegführung werden erläutert. Anhand typischer Geschäftsvorfälle wird aufgezeigt, wie wirtschaftliche Aktivitäten dokumentiert und in der Buchhaltung abgebildet werden.
Im Anschluss erfolgt eine Einführung in DATEV Rechnungswesen. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die Struktur der Software, die Erfassung von Buchungen, die Verwaltung von Debitoren- und Kreditorenkonten sowie die Erstellung betriebswirtschaftlicher Auswertungen. Ziel ist es, die Systemlogik zu verstehen und finanzielle Daten im Kontext rechtlicher Prüfungen sachgerecht einordnen zu können.
Im Schwerpunktbereich Wirtschaftsstrafrecht werden relevante Straftatbestände behandelt, die einen engen Bezug zum Rechnungswesen haben. Dazu gehören insbesondere Betrug, Untreue, Insolvenzstraftaten, Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, Steuerhinterziehung sowie Bilanzdelikte. Die Teilnehmenden analysieren typische Fallkonstellationen, in denen fehlerhafte oder manipulierte Buchführung strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.
Darüber hinaus wird die Bedeutung von Dokumentationspflichten, internen Kontrollsystemen und Compliance-Strukturen thematisiert. Es wird aufgezeigt, wie ordnungsgemäße Buchführung zur Prävention wirtschaftsstrafrechtlicher Risiken beiträgt und welche Rolle Transparenz, Nachvollziehbarkeit und revisionssichere Archivierung spielen. Die Teilnehmenden lernen, wie Auffälligkeiten in Buchhaltungsdaten erkannt und im Rahmen interner oder externer Prüfungen bewertet werden können.
Ein weiterer Bestandteil des Kurses ist die Betrachtung der Schnittstelle zwischen Rechtsabteilung, Geschäftsführung und Finanzbuchhaltung. Themen wie die Bildung von Rückstellungen bei drohenden Straf- oder Bußgeldverfahren, die Dokumentation von Verdachtsfällen sowie die Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden oder Wirtschaftsprüfern werden behandelt.
Ergänzend werden betriebswirtschaftliche Auswertungen analysiert, die im Kontext wirtschaftsstrafrechtlicher Fragestellungen von Bedeutung sein können, etwa ungewöhnliche Buchungsmuster, Liquiditätsengpässe oder auffällige Forderungsbewegungen. Ziel ist es, finanzielle Kennzahlen nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch unter strafrechtlichen Gesichtspunkten zu interpretieren.
Der Kurs ist praxisorientiert aufgebaut und verbindet kaufmännische Grundlagen mit Fallbeispielen aus dem Wirtschaftsstrafrecht. Ziel ist es, Mitarbeitende im Rechtsbereich zu befähigen, buchhalterische Zusammenhänge zu verstehen, strafrechtlich relevante Sachverhalte zu erkennen und wirtschaftliche Risiken im Unternehmen fachlich fundiert zu bewerten.