Die "Masterclass: Datenschutzrecht und IT-Sicherheit für Mitarbeiter im Bereich Compliance mit KI" vermittelt praxisnah, wie Datenschutzanforderungen und Informationssicherheitsmaßnahmen in Organisationen gemeinsam umgesetzt werden, um Compliance-Pflichten zuverlässig zu erfüllen. Der Kurs richtet sich an Mitarbeitende im Compliance-Umfeld, an Datenschutz- und Informationssicherheitsunterstützung, an Schnittstellenrollen zwischen Fachbereichen, IT und Management sowie an Personen, die Prozesse, Richtlinien und Nachweise verantworten oder vorbereiten. Ziel ist es, Datenschutzrecht nicht isoliert zu betrachten, sondern mit IT-Sicherheit, Risiko- und Kontrolllogik zu verbinden - und KI als Werkzeug zu nutzen, um Dokumentation, Prüfprozesse und Kommunikation effizienter und strukturierter zu gestalten, ohne die rechtlichen und organisatorischen Anforderungen zu verletzen.
Zu Beginn werden die Grundlagen des Datenschutzrechts im Compliance-Kontext systematisch aufgebaut. Teilnehmende lernen, welche datenschutzrechtlichen Prinzipien und Pflichten in der Praxis besonders relevant sind, wie personenbezogene Daten im Unternehmens- und Verwaltungsumfeld klassifiziert werden und welche Rollen und Verantwortlichkeiten (z. B. Verantwortliche, Auftragsverarbeiter, interne Zuständigkeiten) entstehen. Vermittelt wird, wie Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Speicherbegrenzung, Integrität und Vertraulichkeit als Compliance-Anforderungen in Prozesse übersetzt werden - etwa in der Vorgangsbearbeitung, in HR- und Kundenprozessen, im Dokumentenmanagement, in der Zusammenarbeit mit Dienstleistern oder bei der Nutzung digitaler Tools. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rechenschaftspflicht: Teilnehmende lernen, wie Datenschutz-Compliance nachweisbar gemacht wird und welche Dokumentationen und Kontrollen dafür entscheidend sind.
Darauf aufbauend wird die IT-Sicherheit als zentraler Bestandteil der Compliance-Praxis behandelt. Teilnehmende lernen, welche Schutzprinzipien (Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit) im Alltag maßgeblich sind und wie sich typische Bedrohungen und Schwachstellen in Organisationen äußern - von Phishing und Social Engineering über unsichere Berechtigungen bis hin zu Datenabflüssen und Fehlkonfigurationen. Es wird vermittelt, wie technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) in der Praxis aufgebaut werden, wie Zugriffskonzepte und Rollenmodelle funktionieren, warum Patch- und Update-Prozesse relevant sind und wie sich sichere Ablage-, Freigabe- und Archivierungsregeln in Teams etablieren lassen. Teilnehmende lernen außerdem, wie Sicherheitsmaßnahmen nicht nur technisch bewertet, sondern auch als Compliance-Kontrollen dokumentiert und in Richtlinien sowie Arbeitsanweisungen überführt werden.
Ein zentraler Kursbereich ist die Verzahnung von Datenschutzrecht, IT-Sicherheit und Compliance-Steuerung. Teilnehmende lernen, wie man Risiken systematisch identifiziert, bewertet und mit geeigneten Maßnahmen reduziert, wie Kontrollen in Prozessen verankert werden und wie man Nachweise so führt, dass sie auditfähig und gleichzeitig alltagstauglich sind. Dazu gehören unter anderem das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (VVT) als datenschutzrechtliches Kontrollinstrument, Auftragsverarbeitung (AVV) und Dienstleistersteuerung, Lösch- und Aufbewahrungsprozesse, Berechtigungsmanagement sowie Schulungs- und Awareness-Maßnahmen. Außerdem wird vermittelt, wie Betroffenenrechte und Auskunftsprozesse organisatorisch abgesichert werden, wie Datenpannen strukturiert behandelt werden und welche Abläufe für Meldung, Bewertung und Dokumentation erforderlich sind. Auch Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) werden in der Logik des Compliance-Managements eingeordnet: wann sie notwendig sind, wie Risiken beschrieben werden und wie Maßnahmen in kontrollierbare Prozessschritte überführt werden.
Ein besonderes Merkmal dieser Masterclass ist der Einsatz von KI zur Unterstützung von Compliance-Arbeit. Teilnehmende lernen, wie KI-Tools genutzt werden können, um Richtlinienentwürfe, Checklisten, Prozessbeschreibungen und Dokumentationsbausteine schneller zu erstellen, Audits und Kontrollen vorzubereiten oder komplexe Inhalte verständlich zusammenzufassen. Beispiele sind die KI-gestützte Strukturierung eines VVT, die Vorbereitung von AVV-Prüffragen, das Erstellen von TOM-Übersichten, die Ausarbeitung von Incident-Response-Texten oder die Entwicklung von Awareness-Materialien. Gleichzeitig wird sehr klar vermittelt, wie KI sicher und compliant eingesetzt wird: Teilnehmende lernen, welche Inhalte nicht in KI-Systeme eingegeben werden dürfen, wie man mit sensiblen Daten arbeitet, wie Anonymisierung und abstrahierte Fallbeschreibungen eingesetzt werden und wie KI-Ergebnisse kritisch geprüft, plausibilisiert und dokumentiert werden. Ein Schwerpunkt liegt auf sicherem Prompting, damit KI-Ausgaben nachvollziehbar bleiben und keine falschen Rechtsbehauptungen oder unzulässigen Empfehlungen entstehen. Auch die Grenzen von KI (z. B. Halluzinationen, fehlender Kontext, unklare Quellenlage) werden behandelt, damit KI als Assistenz eingesetzt wird und nicht als Ersatz für rechtliche Bewertung oder Verantwortlichkeit.
Die Masterclass ist praxisorientiert aufgebaut und arbeitet mit typischen Compliance-Szenarien, etwa Einführung neuer Software, Cloud-Nutzung, Dienstleisterwechsel, Berechtigungsanpassungen, Aufbewahrung und Löschung, Bearbeitung von Auskunftsersuchen oder Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Teilnehmende üben, Anforderungen in konkrete Maßnahmen zu übersetzen, Kontrollen und Nachweise aufzubauen und Prozesse so zu gestalten, dass Datenschutz und IT-Sicherheit nicht parallel nebeneinander laufen, sondern als integriertes Compliance-System funktionieren. Am Ende verfügen die Teilnehmenden über ein fundiertes Verständnis von Datenschutzrecht und IT-Sicherheit im Compliance-Kontext, können Risiken und Maßnahmen strukturiert steuern und KI gezielt einsetzen, um Dokumentation, Prüfprozesse und Kommunikation effizienter, konsistenter und auditfähig zu gestalten.