Zielsetzung des Kurses
Der Kurs Inklusives Grafikdesign behandelt Gestaltungskonzepte, die Barrierefreiheit und Diversität in visuellen Kommunikationsmitteln berücksichtigen. Im Fachgebiet Kommunikations- und Interface-Design werden normative Anforderungen, Gestaltungsmethoden und Produktionsprozesse für inklusive Medien aufgegriffen. Ziel ist die Erarbeitung belastbarer Gestaltungsentscheidungen auf Basis von Zugänglichkeitskriterien, Nutzungsanforderungen und technischen Rahmenbedingungen. Behandelt werden Print- und Digitalanwendungen mit Fokus auf Lesbarkeit, Orientierung und Nutzbarkeit.
Inhalte
Einordnung und Grundlagen: Begriffsklärung Inklusion und Barrierefreiheit im Grafikdesign, rechtliche und normative Grundlagen (z. B. WCAG, BITV, PDF/UA), Rollen im Gestaltungsprozess, Schnittstellen zu Redaktion, Entwicklung und Produktion
Typografie und Lesbarkeit: Schriftwahl, Laufweite, Zeilenlänge, Kontrastverhältnisse, Hierarchiebildung, Skalierung für unterschiedliche Sehprofile, Einsatz von Auszeichnung und Semantik
Farbe und Kontrastgestaltung: Kontrastprüfung, Farbkombinationen für Farbfehlsichtigkeit, Informationsvermittlung ohne alleinige Farbcodierung, visuelle Gewichtung und Fokusführung
Layout, Bild und Iconografie: Strukturierung durch Raster, Navigations- und Orientierungselemente, alternative Textkonzepte, Piktogramme mit eindeutiger Formensprache, Bildauswahl unter Diversity-Aspekten
Digitale Zugänglichkeit: Barrierefreie Web- und App-Interfaces, Tastaturfokussierung, Fokusindikatoren, Lesereihenfolge, ARIA-Grundlagen, responsive Adaption, Dokumente in PDF/UA
Produktion und Qualitätssicherung: Erstellung von Styleguides, Annotierung für Entwicklung und Satz, Prüf- und Testverfahren mit Tools und Checklisten, Feedbackschleifen und Übergabe in Umsetzung
Lernziele
- Analysieren von Gestaltungsbeispielen hinsichtlich Kontrast, Lesbarkeit und Navigierbarkeit
- Identifizieren von Barrieren in Typografie, Farbe, Layout und Bildsprache anhand definierter Kriterien
- Anwenden von WCAG- und PDF/UA-Anforderungen bei der Erstellung von Layouts und Dokumenten
- Erstellen von barrierearmen Komponenten wie Buttons, Formularelementen, Icons und Alternativtexten
- Integrieren von Kontrast- und Lesbarkeitsprüfungen in den Design- und Freigabeprozess
- Bewerten von Prototypen mittels Checklisten, Nutzungsfällen und Tool-gestützten Tests
Berufsperspektiven
Die Kursinhalte finden Anwendung in Berufsfeldern wie Kommunikationsdesign, mit Aufgaben in typografischer Gestaltung, Layout und Bildkonzeption unter Berücksichtigung von Zugänglichkeit.
Typische Tätigkeitsfelder umfassen UX/UI-Design, insbesondere die Erstellung barrierearmer Interface-Komponenten, Prototypen und Designsysteme.
Der Kurs adressiert Inhalte für Tätigkeiten wie Corporate-Design-Entwicklung, inklusive Styleguides und Markenanwendungen für Print und digitale Medien.
Einsatzfelder bestehen im Bereich Content- und Redaktionsdesign, etwa bei der Produktion barrierearmer Publikationen, Webinhalte und PDF-Dokumente.
Zusammenfassung
Der Kurs Inklusives Grafikdesign behandelt Methoden, Normen und Gestaltungsschritte zur Erstellung zugänglicher visueller Kommunikation in Print und digitalen Medien. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden typografische, farbliche und strukturelle Entscheidungen sowie Prüf- und Produktionsprozesse anhand festgelegter Kriterien aufgearbeitet. Die vermittelten Themen stehen in Bezug zu Tätigkeiten im Kommunikations-, UX/UI- und Corporate-Design sowie der barrierearmen Content-Produktion.