Der Alltag in der Arbeitserziehung ist alles. Außer langweilig.
Arbeitserzieher*innen erschließen beeinträchtigten und behinderten bzw. Menschen mit Unterstützungsbedarf einen Lebensbereich, der von zentraler sozialer Bedeutung ist: die Berufstätigkeit. Die soziale Umgebung des Arbeitsplatzes eröffnet vielen erst den Zugang zu einer Vielzahl von sozialen Erlebnissen, die ansonsten nicht oder nur eingeschränkt erlebbar wären. Weder könnte ein Beruf ohne arbeitserzieherische Förderung von vielen angetreten werden, noch könnten sich individuelle Fähigkeiten so umfangreich entfalten.

Pädagogisches Ziel in diesem Förderprozess ist, dass die betreuten Menschen in zunehmendem Maße sowohl bei ihrer Arbeit als auch in ihrem alltäglichen Leben tragfähige Eigeninitiative entwickeln können. Hierzu werden ihnen Fähigkeiten und Kenntnisse des technischen und lebenspraktischen Bereiches vermittelt und gefördert.

Eine angemessene Selbstständigkeit, um arbeiten zu können, und die individuelle Gestaltung des eigenen Lebensweges des Betreuten werden hierbei angestrebt. In Sonderfällen müssen Arbeitsplätze für Mitarbeiter*innen mit Behinderung speziell entwickelt werden. Arbeitserzieher*innen befinden sich also in einer beruflichen Umgebung, auf die sie in hohem Maße gestalterischen Einfluss ausüben können, sollen und müssen. Die hohen Anforderungen an Berufsethos und Engagement können nur grob skizziert werden.

Arbeitserzieher und Arbeitserzieherinnen sind in allen Bereichen der sozial- und sonderpädagogischen Praxis tätig:

Werkstätten für Menschen mit Behinderung
Berufsbildungswerke zur Unterstützung von Menschen mit Lernbehinderung
Berufsförderwerke
Kliniken zur Rehabilitation Unfallgeschädigter
Jugendhilfeeinrichtungen
Fachkrankenhäuser für Suchtkranke
Strafvollzug
Berufsvorbereitung und Arbeitslosenprojekte für Jugendliche
Einrichtungen zur Integration von Ausländer*innen und Asylbewerber*innen