Sicherheit beginnt nicht erst beim Betrieb, sondern bereits beim Entwurf von Systemen und Anwendungen. Threat Modeling ist eine strukturierte Methode, um Bedrohungen frühzeitig zu identifizieren, zu analysieren und durch gezielte Gegenmaßnahmen zu adressieren. Dieser Kurs vermittelt die wichtigsten Frameworks und befähigt Teilnehmende, Threat Models eigenständig zu erstellen und in Entwicklungs- und Architekturprozesse zu integrieren.

Kursinhalt
1. Grundkonzepte und Ziele des Threat Modelings
  • Definition und Nutzen von Threat Modeling in der Sicherheitsarchitektur
  • Einbettung in den Secure Development Lifecycle (SDL/SDLC)
  • Überblick über etablierte Frameworks: STRIDE, PASTA, LINDDUN

2. Systemanalyse und Angriffsflächen modellieren
  • Erstellung von Datenflussdiagrammen (DFDs) und Systemübersichten
  • Identifikation von Trust Boundaries und Angriffspunkten
  • Asset-Orientierung: Was schützen wir und warum?

3. Bedrohungsanalyse mit STRIDE und Risikopriorisierung
  • Systematische Analyse entlang der STRIDE-Kategorien
  • Bewertung von Bedrohungen nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung
  • Ableitung konkreter Sicherheitsanforderungen und Mitigationsmaßnahmen

4. Threat Modeling in Teams und agilen Entwicklungsprozessen
  • Collaborative Threat Modeling in interdisziplinären Teams
  • Integration in Sprints, Design Reviews und Security Gates
  • Toolunterstützung: Microsoft Threat Modeling Tool, OWASP Threat Dragon

Berufliche Relevanz
  • Software-Architekten und Entwickler integrieren Sicherheitsbetrachtungen frühzeitig in Systemdesigns
  • Security Engineers erhöhen die Qualität von Risikoanalysen durch strukturierte Bedrohungsmodelle
  • DevSecOps-Teams etablieren Threat Modeling als festen Bestandteil ihrer Entwicklungsprozesse