Mediation als ein außergerichtlicher Weg der Konfliktbearbeitung, setzt eine qualitativ hochwertige Ausbildung voraus.
In der Neuromediation geht es um ein "gehirngerechtes" Verstehen und Mediieren von Konflikten. Das heißt in erster Linie, die große Bedeutung der Emotionen in Konflikten und ihre Verarbeitung im Gehirn neu verstehen und für Konfliktlösungen nutzen zu lernen. Sowohl Nachhaltigkeit als auch Tiefe der Konfliktlösungen kann dadurch erhöht werden.
Die Neuromediation hat Ihre wissenschaftlichen Grundlagen in der modernen Systemtheorie, der Komplexitätstheorie und den Neurowissenschaften. Sie berücksichtigt zusätzlich die bisherigen Erfahrungen aus den Forschungen der Konflikttheorie und das daraus abgeleitete Vorgehen (Phasenmodelle), wie es in der Mediation allgemein üblich ist.
Der von uns angebotene berufsbegleitende Lehrgang befähigt Sie, unterschiedlichste Konfliktlösungsprozesse wirkungsvoll zu begleiten und eigenständig Mediationen durchzuführen.
Die Inhalte im Einzelnen sind:
Studienabschnitt I / Weiterbildung zum/zur Systemischen Prozessbegleiter*in (SE)
Schwerpunkt ist die Vermittlung einer umfassenden Prozesskompetenz auf Grundlage der Beziehungsfähigkeiten-Wirkungsspektren
- Resonanz als wesentliches Instrument in der Prozessbegleitung von Konfliktklärungen / Mediation
- Metaphorisch analoge Nutzung von Ergebnissen der Komplexitätstheorie, der Selbstorganisationsforschung und der Synergetik für das Entfalten der Fähigkeit (Konfliktfähigkeit)
- Entfaltung der Beziehungsfähigkeiten und ihre emotionale Fundierung als Ordnungs-Ordnungsübergänge
- Umgang mit den Wirkungsspektren der Beziehungsfähigkeiten in Konfliktklärungen und neurowissenschaftliche Grundlagen
- Das Sicherheitsdreieck in der Systemenergetik
- Erkennen von Mustern aus der Ressourcen- und Kompetenzenperspektive
Studienabschnitt II / Weiterbildung Mediatives Handeln (SE)
Schwerpunkt ist die Vermittlung von mediatorischer Handlungskompetenz.
Sie erlangen die Kompetenz in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen, Konflikte zu identifizieren und mediatorisch darauf antworten zu können.
- Einführung und Grundlagen der Mediation
- Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation, Abgrenzung
- Verhandlungstechniken und -kompetenz
- Gesprächsführung, Kommunikationstechniken
- Digitalkompetenz, Online-Mediation
- Anwendungsbereiche der Mediation
- Recht der Mediation
- Recht in der Mediation
- Das Grundkonzept der Neuromediation
- Neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Systemtheorie
- Konfliktkompetenz (Theorie und Praxis)
- Persönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis
- Erkennen und Nutzen des Zusammenhanges zwischen Ressourcen, Resilienz und Resonanz
- Das Wirkungsträgerspektrum der Systemenergetik
- Umgang mit den Wirkungsspektren der Beziehungsfähigkeiten als Basis mediatorischen Handelns
- Haltung und Selbstverständnis - Allparteilichkeit und Wertschätzung in der Neuromediation
- Ethische Fragen und Autonomie in der Mediation
- Resonanz als wesentliches Instrument der Mediation
- Erkennen von Konfliktmustern aus der Ressourcen- und Kompetenzenperspektive
- Für die Mediation bedeutsame Situationsspektren
- Entfaltung der zentralen Konfliktfähigkeit in der jeweiligen Mediation
Studienabschnitt III / Abschluss zum/zur Zertifizierten Mediator*in
Zur Erlangung des gesetzlich geschützten Titels als Zertifizierte/r Mediator*in sieht der Gesetzgeber zusätzlich zum Ausbildungslehrgang 5 supervidierte Mediationen (durchgeführt als Mediator*in oder Co-Mediator*in) bis spätestens 3 Jahre nach Lehrgangsabschluss vor.
Schwerpunkt ist die Reflexion des eigenen mediatorischen Handelns in den durchgeführten Mediationen
- Erweiterung der Resonanzfähigkeit als Zugang zu den Mediand*innen und als Konfliktlösungshilfe
- Unterstützung im Umgang mit krisenhaften Emotionen oder häufig fehlenden Emotionen
- Vertiefung der systemenergetischen/neuromediatorischen Theorie durch die Verbindung zur Praxis
- Verbindung des rechtlichen Wissens mit der Praxis.
- Erkennen und Entfalten der zentralen Konfliktfähigkeit in den konkreten Mediationsfällen
- Vertiefte Sicherheit in der Rolle des/der Mediator*in
- Aufbau, Führen und Beenden einer Mediationsbeziehung in der Reflexion der eigenen Praxis