Der zuverlässige Betrieb großer, verteilter Softwaresysteme umfasst in der Praxis eine Vielzahl von Aufgaben - von der Definition von Service Level Objectives über die Automatisierung manueller Betriebsaufgaben bis hin zur strukturierten Reaktion auf Systemausfälle. Site Reliability Engineering (SRE) verbindet Software-Engineering-Methoden mit klassischen IT-Operations-Aufgaben und etabliert messbare Zuverlässigkeitsstandards. Das SRE-Prinzip, Betriebsarbeit durch Automatisierung zu reduzieren, prägt die Arbeitsweise von Plattform- und Infrastrukturteams.

Kursinhalt
1. SRE-Grundprinzipien und Zuverlässigkeitsmessung
  • SLIs, SLOs und SLAs: Definition und Messung
  • Error Budgets und ihr Einfluss auf Deployment-Entscheidungen
  • SRE vs. klassisches IT-Operations-Modell

2. Automatisierung und Toil-Reduzierung
  • Definition und Messung von Toil (manuelle, repetitive Arbeit)
  • Automatisierung von Betriebsaufgaben mit Skripten und Tooling
  • Runbooks und Playbooks für strukturierte Betriebsprozesse

3. Incident Management und Postmortems
  • Incident-Klassifizierung und Eskalationsprozesse
  • Blameless Postmortems: Struktur und Lernziele
  • Root Cause Analysis (RCA) und Follow-up-Maßnahmen

4. Observability und kapazitätsorientierte Planung
  • Pillars of Observability: Metrics, Logs, Traces
  • Capacity Planning und Load Testing
  • Monitoring-Tools im SRE-Kontext (Prometheus, Grafana, Jaeger)

Berufliche Relevanz
  • SRE-Kenntnisse werden in Platform-Engineering-, SRE- und DevOps-Positionen eingesetzt
  • Ermöglicht die messbare Steigerung der Systemzuverlässigkeit
  • Grundlage für das Management verteilter Produktionssysteme bei hohen Verfügbarkeitsanforderungen