Der Kurs "Kaufmännische Grundlagen DATEV Rechnungswesen mit Schwerpunkt Europarecht für Verwaltungsmitarbeiter im Rechtsbereich" vermittelt grundlegende Kenntnisse des betrieblichen Rechnungswesens unter besonderer Berücksichtigung europarechtlicher Rahmenbedingungen. Ziel ist es, Mitarbeitenden im juristischen und verwaltungsnahen Bereich ein strukturiertes Verständnis für kaufmännische Prozesse zu vermitteln und die Schnittstellen zwischen Rechnungswesen, europäischem Recht und administrativer Praxis nachvollziehbar darzustellen.
Zu Beginn werden die Grundlagen der Finanzbuchhaltung behandelt. Die Teilnehmenden lernen Aufgaben und Funktionen des Rechnungswesens kennen, setzen sich mit den Prinzipien ordnungsgemäßer Buchführung auseinander und erhalten eine Einführung in die Systematik der doppelten Buchführung. Inhalte wie Kontenrahmen, Buchungssätze, Belegwesen sowie die Struktur von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung werden erläutert. Ziel ist es, betriebswirtschaftliche Sachverhalte einordnen und buchhalterische Abläufe nachvollziehen zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung von DATEV Rechnungswesen. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über Programmstruktur, grundlegende Funktionen sowie typische Arbeitsprozesse innerhalb der Finanzbuchhaltung. Dabei wird vermittelt, wie Geschäftsvorfälle erfasst, Konten eingesehen und Auswertungen erstellt werden. Die Anwendung steht im Zusammenhang mit administrativen und rechtlichen Fragestellungen, sodass insbesondere die Nachvollziehbarkeit und Dokumentation von Vorgängen im Vordergrund stehen.
Im europarechtlichen Teil des Kurses werden zentrale Rechtsgrundlagen behandelt, die Auswirkungen auf das Rechnungswesen und administrative Prozesse haben. Dazu gehören insbesondere umsatzsteuerliche Regelungen im Binnenmarkt, innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen, Reverse-Charge-Verfahren sowie Dokumentations- und Nachweispflichten bei grenzüberschreitenden Sachverhalten. Die Teilnehmenden befassen sich mit der rechtlichen Einordnung dieser Vorgaben und deren buchhalterischer Umsetzung.
Darüber hinaus werden europäische Richtlinien und Verordnungen mit Bezug zum Rechnungswesen thematisiert, etwa Bilanzrichtlinien, Transparenzanforderungen oder Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche. Es wird aufgezeigt, wie europäische Rechtsakte in nationales Recht umgesetzt werden und welche Bedeutung dies für Verwaltungs- und Kontrollprozesse hat. Auch datenschutzrechtliche Aspekte im Kontext der DSGVO werden angesprochen, insbesondere im Hinblick auf die Verarbeitung und Archivierung personenbezogener Daten im Rechnungswesen.
Ein weiterer Bestandteil des Kurses ist die Analyse von Schnittstellen zwischen Rechtsabteilung, Verwaltung und Finanzbuchhaltung. Die Teilnehmenden lernen, wie rechtliche Prüfungen, Vertragsgestaltungen oder Fördermittelabrechnungen mit buchhalterischen Vorgängen verknüpft sind. Dabei werden Dokumentationspflichten, Aufbewahrungsfristen und interne Kontrollmechanismen berücksichtigt.
Zudem werden grundlegende betriebswirtschaftliche Auswertungen behandelt, etwa Offene-Posten-Listen, Umsatzübersichten und betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Ziel ist es, juristisch tätigen Verwaltungsmitarbeitenden ein Verständnis dafür zu vermitteln, wie finanzielle Daten interpretiert und im Rahmen rechtlicher Bewertungen berücksichtigt werden können.
Der Kurs ist praxisorientiert aufgebaut und verbindet kaufmännische Grundlagen mit rechtlichen Fallbeispielen aus dem europäischen Kontext. Ziel ist es, Verwaltungsmitarbeitende im Rechtsbereich zu befähigen, buchhalterische Abläufe zu verstehen, europarechtliche Vorgaben im Rechnungswesen einzuordnen und administrative Prozesse rechtssicher zu begleiten.