Rechtswissenschaften sind eine der ältesten Studienarten überhaupt. Die auch als Jura bezeichnete Disziplin beinhaltet die Auseinandersetzung mit dem Rechtssystem oder schlicht: mit Recht und Gesetz. Diese Disziplin ist längst nicht mehr auf Studiengänge wie Rechtswissenschaften oder "Jura" beschränkt. Spezielle Teildisziplinen bieten die Hochschulen ebenfalls an. Insbesondere der Bachelor-Studiengang Wirtschaftsrecht hat eine herausgehobene Bedeutung, denn die Absolventinnen und Absolventen bringen rechtswissenschaftliche Kenntnisse mit, die um betriebswirtschaftliches Wissen ergänzt sind. Für viele Positionen in Unternehmen sind Bachelor- oder Masterabschlüsse ausreichend. Vertragsangelegenheiten, Arbeitsrecht, internationales Recht und viele andere Themen bilden den Schwerpunkt für rechtswissenschaftliche Arbeitsstellen in der Wirtschaft. Hinzu kommen Spezialdisziplinen wie Sozial- oder Gesundheitsrecht.
Die typische Volljuristin bzw. der Volljurist ist dagegen für die konkrete Arbeit vor Gericht gefordert. Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Notare brauchen in Deutschland die Befähigung zum Richteramt: Dafür sind ein rechtswissenschaftliches Studium mit der Ersten juristischen Prüfung (universitäre Schwerpunktbereichsprüfung und staatliche Pflichtfachprüfung), der anschließende Vorbereitungsdienst (Referendariat) und die Zweite juristische Staatsprüfung erforderlich (§ 5 Deutsches Richtergesetz). Diese besondere Voraussetzung bedeutet eine längere Ausbildung. Für viele Tätigkeiten in der freien Wirtschaft ist sie nicht erforderlich. Wirtschaftsjuristinnen und -juristen mit Bachelor- oder Masterabschluss können allerdings nicht als Rechtsanwalt zugelassen werden und ihren Arbeitgeber daher beispielsweise nicht als Anwalt vor Gericht vertreten. Unternehmen setzen Absolventinnen und Absolventen, die sich im Rahmen eines Präsenz- oder Fernstudiums fundierte Kenntnisse der Rechtswissenschaften angeeignet haben, vor allem dort ein, wo Spezialwissen wie zum Beispiel Vertragsrecht gefragt ist.
Das Einsatzgebiet für Absolventinnen und Absolventen eines Bachelor-Fernstudiums im Bereich Rechtswissenschaften ist groß. Sie arbeiten Verträge aus, führen Verhandlungen, setzen sich mit rechtlichen Rahmenbedingungen für Angebote, Produktion und Vertrieb auseinander oder arbeiten beratend. Sie sind interne Expertinnen und Experten für IT-Recht, Finanzrecht, Wirtschaftsrecht, Europarecht, Kartellrecht usw. Einen Vorteil in der freien Wirtschaft haben Studierende eines Fernstudiengangs in Wirtschaftsrecht, da sie sich zusätzlich betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse aneignen. Die Mischung aus rechtswissenschaftlichen Kompetenzen und Basiswissen der Betriebswirtschaft ist in der freien Wirtschaft, bei Behörden und im Vereinswesen gefragt.
Wie gut die Aussichten im Einzelfall sind, hängt stark von Spezialisierung und Praxiserfahrung ab. Frühzeitige Praktika, eine klare Spezialisierung auf bestimmte Rechtsbereiche sowie eine Abrundung der Kompetenzen durch Business-Englisch, betriebswirtschaftliches Wissen und ggf. Führungskompetenzen verbessern die Chancen.