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Fernstudium Ingenieurwissenschaften - Ingenieur

WuU.de Redaktion

Welche Perspektiven bietet ein Fernstudium Bachelor in einem Fach der Ingenieurswissenschaften?

Die Ingenieurswissenschaften umfassen grob gesagt die technischen Fächer – von Maschinenbau bis Verfahrenstechnik. Forschung, Entwicklung, Konstruktionen, maschinelle Fertigung und vieles mehr sind Aufgaben dieser Disziplin. Basis der Lehre ist in der Regel eine intensive Auseinandersetzung mit Mathematik und einer oder mehreren Naturwissenschaften wie Chemie, Physik und Biologie. Die Erkenntnisse aus diesen Gebieten fließen zusammen mit technologischem Wissen in anwendungsorientierte Lösungen von praktischen Problemstellungen der Ingenieurswissenschaften ein.

In der Gesellschaft genießen die Ingenieurswissenschaften ein hohes Ansehen. Nicht zuletzt liegt dies an dem Entwickler- und Pioniergeist sowie an der Arbeit mit einem Themenfeld, das nicht jeder vollständig erfassen kann. Dieses Spezialwissen der Ingenieurinnen und Ingenieure ist auch am Arbeitsmarkt gefragt. In vielen Branchen und Arbeitsfeldern werden gut ausgebildete Spezialistinnen und Spezialisten gesucht, die den Spagat zwischen ingenieurswissenschaftlichem Wissen und erfolgreicher Umsetzung im Unternehmen meistern. Die Bachelor-Studiengänge in Fächern der Ingenieurswissenschaften bereiten auf diese Aufgaben vor.

Je nach Teilgebiet kombinieren die Hochschulen einzelne Studiengänge immer mehr mit Inhalten, die den Studierenden am internationalen Markt helfen. Sie vermitteln teilweise Sprachkompetenzen, interkulturelles Wissen und Managementfähigkeiten. Die Studierenden können sich somit frühzeitig entscheiden, ob sie rein technisch arbeiten oder sich zukünftig Karrierechancen im (internationalen) Management offen halten möchten.

Die Absolventinnen und Absolventen arbeiten in vielen verschiedenen interessanten Bereichen. Sie sind es, die die Produktion oder Entwicklung in einem Unternehmen am Laufen halten oder verbessern. In ihren Aufgabenbereich fallen Planung und Überwachung der Produktion, die Konstruktion neuer Maschinen und die Implementierung von Prozessen. Sie entwickeln Verfahren weiter, berechnen und verbessern Maschinenleistungen, bauen Produktionsanlagen auf oder kontrollieren die gesamte Forschung und Produktion oder Teile davon.

Welche Gehaltschancen bietet ein Bachelor-Fernstudium eines ingenieurswissenschaftlichen Faches?

Das potenzielle Gehalt bestimmt vor allem die Branche maßgeblich mit. So gelten etwa die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Automobilbranche, die Chemieindustrie und die Pharmazie als vergleichsweise gut zahlende Branchen. Neben der Branche bestimmt häufig die Unternehmensgröße und -ausrichtung sowie der Standort maßgeblich das Gehalt. Große, international agierende Konzerne zahlen häufig mehr als kleine mittelständische Unternehmen, und es gibt regionale Unterschiede. Aktuelle Gehaltsdaten nach Beruf und Region zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Wichtig: Der eigene Abschluss ist bei diesen Fächern relevant für das Gehalt. Ein Masterabschluss oder eine Promotion kann sich bei Gehalt und Karrierechancen auszahlen.

Welche Fächer gehören zu den Ingenieurswissenschaften?

Zu den Ingenieurswissenschaften gehört eine Reihe von Bachelor-Studiengängen. Diese haben den naturwissenschaftlichen und technischen Bezug gemeinsam. Unter anderem gehören folgende Studiengänge zu den typischen Bachelor-Angeboten, die Hochschulen als Fernstudium anbieten:

Die Informatik-Studiengänge sind teilweise ebenso zu den mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen zuzurechnen. Der Übergang in den technischen Bereich ist jedoch gegeben, sodass sie am Rande auch in diese Fächergruppe gehören.

Welche Abschlüsse sind üblich?

Alle Bachelorabschlüsse sind gleichwertig. Daher spielt die genaue Bezeichnung für die spätere Berufsausübung in der Regel keine Rolle; wer die Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ bzw. „Ingenieur“ führen möchte, sollte prüfen, ob der Studiengang die Anforderungen des Ingenieurgesetzes des jeweiligen Bundeslands erfüllt. Die Bezeichnungen fußen auf der akademischen Tradition der Studiengänge. In den Ingenieurswissenschaften ist daher der Bachelor of Engineering (B.Eng.) verbreitet. Einige Studienangebote schließen mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) oder vereinzelt mit dem Bachelor of Arts (B.A.) ab.

Besonderheiten in der Fächergruppe

Obwohl es eine ansehnliche Anzahl von Studiengangangeboten gibt, können Studierende vergleichsweise selten ingenieurswissenschaftliche Fächer per Fernstudium absolvieren. Der Hauptgrund ist der starke praktische Bezug. Viele Fächer eignen sich nicht für ein Fernstudium. Der Anteil an Versuchen, Experimenten und Maschinenkonstruktionen ist zu groß. Daher müssen Studierende sich auch im Fernstudium grundsätzlich auf einen größeren Präsenzanteil einrichten. Das heißt: Sie müssen relativ häufig an Seminaren oder praktischen Übungen vor Ort teilnehmen.

Fernstudium in ingenieurswissenschaftlichen Fächern: Ist ein Master sinnvoll?

Nicht in allen Bereichen müssen Studierende dem Bachelor einen Master anschließen. In Fächern der Ingenieurswissenschaften kann ein Master jedoch sinnvoll sein, vor allem für Positionen in Forschung und Entwicklung. Einen Überblick über berufsbegleitende Angebote gibt die Seite zum Master-Fernstudium. Besonders in Branchen wie Chemie und Pharmazie sind höherwertige Abschlüsse ein wichtiger Beitrag zur eigenen Karriereplanung.

Ingenieurswissenschaftliches Fernstudium: Welche Zugangsvoraussetzungen müssen Studierende erfüllen?

Grundsätzlich gelten bei den Fächern in dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich die gleichen Zugangsvoraussetzungen wie bei allen Fächern. Während die Hochschulen für Präsenzstudiengänge teilweise einen Numerus clausus festgelegt haben, entfällt dieser bei einem Fernstudium in der Regel. Daher sind Abitur oder Fachabitur die übliche Zugangsvoraussetzung. Die Hochschulen lassen außerdem Studierende zu, die eine Qualifikation auf Meister-Niveau erreicht haben oder über eine wenigstens zweijährige Ausbildung und eine dreijährige Berufserfahrung verfügen – Letzteres in der Regel für ein fachlich verwandtes Studium und je nach Bundesland nach einer Eignungsprüfung oder einem Probestudium. Besonders begabte Interessierte können die Hochschulen nach Einzelfallprüfung zulassen.

Wichtig: Die Bundesländer legen die Zugangsvoraussetzungen eigenständig fest. Daher kann es zu Abweichungen kommen. Dies betrifft insbesondere die Hürden für das Fernstudium ohne Abitur.

Die Hochschulen verlangen außerdem häufig Praktika. Ein vorab absolviertes Praktikum können sich Studierende ggf. auf die Studienleistung anrechnen lassen und so das Fernstudium entsprechend verkürzen.

Bachelor-Fernstudium in einem ingenieurswissenschaftlichen Fach: Kosten und Fördermöglichkeiten

Die Kosten unterscheiden sich je nach Hochschule, Studiendauer und Studienmodell; aktuelle Preise nennen die Hochschulen in ihren Studienangaben. Die Gesamtkosten setzen sich aus den reinen Studiengebühren sowie Gebühren für Klausuren und Prüfungen und ggf. Auslagen wie Laborkosten zusammen. Weiterbildungskosten können unter Umständen als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend gemacht werden; im Einzelfall klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

Um diese Kosten begleichen zu können, kommen Studienkredite und Stipendien in Frage. BAföG kommt nur für ein Studium in Betracht, das die Arbeitskraft im Allgemeinen voll in Anspruch nimmt (§ 2 Abs. 5 BAföG) – also für ein Vollzeit-Fernstudium, nicht für ein berufsbegleitendes Teilzeitstudium; außerdem müssen die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Wer das Studium nutzt, um sich beruflich weiterzubilden und die bereits vorhandene Qualifikation mit einem akademischen Abschluss zu untermauern, kann zudem den Arbeitgeber um eine Beteiligung an den Studienkosten bitten.

Ob eine Förderung möglich ist, hängt von Ihrer Situation ab – der Förder-Check zeigt die Wege.

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